Therapie

Phytotherapie

 

Phytotherapie beinhaltet die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten und Befindungsstörungen durch pflanzliche Wirkstoffe, worunter die ganze Pflanze oder Teile davon in frischer oder getrockneter Form verstanden werden. Auch Zubereitungen aus Pflanzen, z.B. Extrakte, Destillate oder Säfte, Kombinationspräparate aus verschiedenen Pflanzen, sowie Algen, Pilze, Flechten und Harzen werden zu den pflanzlichen Wirkstoffen gezählt.

 

Diese pflanzlichen Wirkstoffe sind komplexe Gemische mit einer Fülle von Inhaltsstoffen. Solche Vielstoffrezepturen werden in der traditionellen europäischen Naturheilkunde sowie in verschiedenen anderen Medizinsystemen verwendet, z.B. in dem indischen Ayurveda sowie in der chinesischen und der tibetischen Medizin. Teils werden die Pflanzen individuell für die Patienten zusammengestellt, teils werden fixe Pflanzenkombinationen verwendet. Durch die niedrige Dosierung im Pflanzengemisch oder durch die Kombination mit antagonistischen Pflanzenwirkstoffen werden unerwünschte Nebenwirkungen vermieden. Einige fixe Pflanzenrezepturen sind in europäischen Ländern als reguläre Arzneimittel oder unter dem Status "traditionelle Arzneimittel" erhältlich.

 

 

Hätten Sie’s gewusst?

 

Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat (allerdings erst nach 2-3 Wochen und über einen längeren Zeitraum angewandt) eine stimmungsaufhellende, stimmungsstabilisierende und antriebssteigernde Wirkung und ist laut neuesten Studien in der Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen vergleichbar mit der Wirkung von milden Antidepressiva. Der Einsatz erfolgt auch bei angst-, unruhe- und stressbedingter Übererregbarkeit, psychovegetativen Störungen, Schlafstörungen, Menstruations- und Wechseljahrbeschwerden.

 

Als neueste Indikation zeichnet sich der Einsatz bei saisonal abhängigen Depressionen und bei chronischen Spannungskopfschmerzen ab. Johanniskraut macht nicht müde, kann aber durch seine entspannende und ausgleichende Wirkung auf das körperliche und seelische Empfinden die Nachtruhe verbessern. Hypericin, die Hauptwirksubstanz in Johanniskraut-Präparaten, aktiviert in der Zirbeldrüse die Bildung von Melatonin, das Hormone ausschüttet, die beruhigend auf die Schlafzentren im Gehirn wirken. Stress dagegen verhindert in der Zirbeldrüse die Bildung des Schlafhormons Melatonin.